R-B bekommt eine Geschäftsordnung
By Thomas Kaier

Die Zusammenstöße setzten sich in der nächsten Zeit fort; wenige Tage nach der "Breinößlschlacht" überfielen freiheitliche Studenten die Verkehrslokale der katholischen Studenten: das Akademikerhaus und das Cafè Zentral - in letzterem hatte die Raeto-Bavaria ihr Heim - es entstand beträchtlicher Sachschaden.

In den kommenden Semestern entwickelte sich die Verbindung sehr gut. Dank reger Keiltätigkeit war der Zuzug von Füchsen ein ausreichender; das Prinzip der Freundschaft wurde sehr hoch gehalten.


Couleurdamen


Raeto-Bavaria hatte in dieser Zeit wohl einen ausgezeichneten Kneipkomment, die Geschäftsordnung war sehr mangelhaft, sie bestand nur aus ca. 30 §§. Die Verbindung wurde mehr mit gesundem Hausverstand als an der Hand von §§ geführt. Um diesem Mangel abzuhelfen, wurde unter dem Seniorat des Karl Mutschlechner im WS 1911/12 in 26 BC und 7 EBC die Ausarbeitung der Geschäftsordnung in Angriff genommen und im SS unter dem Senior Wilhelm Mohr vollendet. Der Entwurf zur ersten verbindungseigenen Geschäftsordnung war von AH Dr. Emil Schneider geliefert worden.

Mit der Souterrainbude im "Zentral" war man sehr unzufrieden. Um die finanziellen Grundlagen für ein neues Heim zu sichern, wurde 1912 ein Verein "Raeto-Bayern-Burse" gegründet, erster Obmann war der Initiator des Planes i.a. Bursch Wilhelm Mohr. Es gab zu dieser Zeit nur einen einzigen AH in der Verbindung, den Gründer Dr. Schneider Emil.