Kategorie: 1908 - 1945

Spaltung des CV

zuletzt aktualisiert: Sonntag, 28. November 2004 um 14:08 von Joker (Thomas Kaier)

Auf der CV-Versammlung 1932 war beschlossen worden; "Die einzelnen Mitglieder des CV dürfen der nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei NSDAP nicht angehören. Während diese Forderung von der Raeto-Bavaria und von den übrigen österreichischen Verbindungen mit geringen Ausnahmen befolgt wurde, gewann die NSDAP in den reichsdeutschen CV-Verbindungen immer mehr und mehr Anhänger.

Nikolokneipe 1930


Einer Minderzahl von CV-Verbindungen im Reiche war es gelungen, die alten prinzipientreuen Amtswalter, vor allem den CV XXXX AH. Hagen und den CVSeelsorger P. Schlund abzusetzen; die Führung des CV hatte als VOP der Parteigenosse Weite von der Aenania in München inne. Im März 1933 gab er die auch für die österreichischen CV-Verbindungen geltende Erklärung ab: "Die katholischen Verbindungen Deutschlands und Österreichs bekennen sich zum großdeutschen Gedanken, also zur Vereinigung Deutschlands und Österreichs unter der Regierung Adolf Hitlers." Dagegen verwahrte sich der österreichische Altherrenverband.

Revancheabend 1931


Am 28. Mai 1933 verlangte die CV-Verbindung Rheno-Palatia-Breslau vom Vorort die Ausschließung der vier Innsbrucker CV-Verbindungen Austria, Leopoldina, Raeto-Bavaria und Rheno-Danubia aus dem Cartellverband, weil sie der Auflösung der "Deutschen Studentenschaft" in Innsbruck zugestimmt hatten. Gleichzeitig verlangte sie auch die Dimissio i.p. des österreichischen Bundeskanzlers Dr. Dollfuß wegen seines "vaterlandslosen und undeutschen Verhaltens gegenüber dem Hitlerdeutschland". Als Protest gegen diese Forderung ernannten alle österreichischen CV-Verbindungen CB Bundeskanzler Dr. Dollfuß zu ihrem Bandphilister. Einzig und allein lehnte RaetoBavaria diese Bandverleihung ab, weil die R-B ihr Band nur solchen Cartellbrüdern verleiht, die sich um die Verbindung selbst Verdienste erworben haben. Die Verleihung des Burschenbandes wegen politischer Verdienste kennt Raeto-Bavaria nicht.

1931


Anfangs Juli 1933 war die Gleichschaltung des CV in Deutschland im Sinne des nationalsozialistischen Führerprinzipes, also die völlige Überleitung des Cartellverbandes in das Nationalsozialistische Fahrwasser durchgeführt worden. Zur gleichen Zeit wurde auf einer Tagung der österreichischen CV-Verbindungen Norica zum Leiter des Kreises Österreich des CV gewählt. Als aber der bei dieser Tagung anwesende Vorortspräsident Weite verlangte, daß sich jede Verbindung und auch jedes Mitglied des CV zum Nationalsozialismus bekennen müsse, wurde diese Forderung von allen österreichischen CV-Verbindungen einstimmig abgelehnt.

1933 - 25. Stiftungsfest


Am 11. Juli 1933 sprach die Verbindung Norica auf Grund der ihr von allen österreichischen CV-Verbindungen erteilten Vollmacht in einem Brief an den Vorortspräsidenten die "Abschaltung der österreichischen CV-Korporationen vom deutschen Cartellverband" aus. In diesem Schreiben teilte die Kreisleitung Österreich mit: "Die österreichischen Cartellverbindungen haben mit 10. Juni 1933 ihre Abschaltung vom reichsdeutschen CV vollzogen. Auf dem Boden der Satzungen des CV nach wie vor stehend, sind die österreichischen Cartellverbindungen nunmehr als "Österreichischer Cartellverband" unter dem Vorsitz der Norica zusammengeschlossen und wollen die Tradition des CV weiterhin hüten und pflegen.


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