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Kategorie: 1908 - 1945
Auflösung des CV
zuletzt aktualisiert: Sonntag, 28. November 2004 um 14:08 von Joker (Thomas Kaier)Als gehässige Gegenaktion auf obige Abschaltung erließ der damalige Vorortspräsident, nun nach NSDAP-Brauch "Stabsleiter" genannt, am 19. Juli folgende Verfügung: "Alle reichsdeutschen Mitglieder des CV, die österreichischen Verbindungen angehören, erhalten den Befehl, sofort auszutreten". Zuwiderhandelnde sollten bestraft werden.
Von dieser Verfügung wurden an die 40 Mitglieder der Raeto-Bavaria betroffen. Im Bewussstsein, daß der Bruch des heiligen Burscheneides bei vielen BB eine schwere Belastung des Gewissens bilden musste, erging an alle in Deutschland lebenden Bundesbrüder ein Schreiben des Inhaltes:
Datum 4. August 1933.
"Lieber Bundesbruder! Infolge Ermächtigung des Burschenconventes vom 4. Juli 1933 und durch die Trennung des reichsdeutschen CV vom österreichischen CV veranlasst, werden alle reichsdeutschen Bundesbrüder ihres Burscheneides entbunden. Gezeichnet der FK."
Die meisten BB in Deutschland schrieben nur ungern, dem Zwange gehorchend, ihr Austrittsgesuch. Im Herzen haben sie aber trotzdem ihre Liebe und Treue zur Raeto-Bavaria bewahrt.
In Österreich vollzog sich nun rasch der innere Ausbau und die Organisation des ÖCV. Dieser und die österreichischen Verbindungen überwanden rasch die Auswirkungen der Trennung.

Der CV in Deutschland ging rasch seinem Untergang entgegen. Bereits 1934 wurde vom Stabsleiter die Aufhebung des KATHOLIZITÄTSPRINZIPES verfügt, damit konnten ab nun auch evangelische oder konfessionslose Studenten in den CV aufgenommen werden. Bald hernach wurde vom Stabsleiter auch die Pflicht zur "unbedingten Satisfaktion" für die Mitglieder des CV eingeführt. Da damit Mensur und Duell als für die Mitgliederverpflichtend angeordnet wurden, wurde damit das Prinzip des CV als NICHTSCHLAGENDER Verband aufgehoben.
So blieb von der alten Tradition des CV nichts mehr übrig und auf der letzten CV-Versammlung am 27. Oktober 1935 in Würzburg wurde die Auflösung des CV beschlossen. Damit hatte der einst große und mächtige Cartellverband in Deutschland ein schmähliches Ende gefunden, jener CV der einst seine Verbindungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, im Sudetenland und in der Bukowina hatte.
Lediglich der Altherrenverband des CV bestand in seinen Zirkeln weiter und nannte sich seit Oktober 1935 "Verband alter CV-er". Auch er wurde 1938 von der NSDAP aufgelöst.
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